Entscheidungen lesen! Was bringt das?

Am Anfang des Studiums – aber auch während dessen – stellt man sich die Frage, wie lernt man am besten, sodass man gut durch die Klausuren kommt. Viele Studenten greifen auf ihrer Meinung nach verständlich geschriebenen Skripten zurück. Diese eignen sich gut zur Wiederholung des Stoffes oder fürs Lernen auf den letzten Drücker. Manche Skripte sind für den Einstieg in die Materie gut geeignet.

Nicht wenige Studenten lernen mit Hilfe von Lehrbüchern. Kennzeichnend für viele Lehrbücher ist die zum Teil für den Anfänger schwierige Juristensprache. Man muss sich als angehender Jurist / angehende Juristin diese Sprache aneignen, damit man sowohl im Studium als auch im Beruf erfolgreich wird.

Am Anfang des Studiums ist es nicht leicht, ein Urteil des BGH vollständig zu verstehen, wenn man zuvor nicht in der juristischen Sprache bewandert war. Es ist auch nicht so, dass der Kommilitone die Entscheidung vollständig versteht, während man verzweifelt mit dem Weiterlesen aufhört.

Wenn man regelmäßig Entscheidungen liest, gewöhnt man sich an die juristische Sprache. Man findet in den Entscheidungen typisch juristische Wendungen, Argumentationsmuster und dergleichen. Mit der Zeit wird das Gelesene auch aktiv verwendet. Dies ist besonders wichtig für Klausuren und Hausarbeiten. Je mehr Entscheidungen man liest, desto sicherer wird die Formulierung. Die Ausdrucksweise ändert sich. Die Begriffe werden zutreffend verwendet.

Wird ein Begriff falsch verwendet, so erweckt dies bei dem Leser nicht zuletzt den Eindruck, dass der/die Verfasser/in das Thema nicht verstanden hat.

Hinzu kommt noch das Erlernen von typisch-juristischer Auseinandersetzung mit anderen Ansichten, die man sich ebenfalls durch das Lesen aneignen kann. Vor allem in älteren Entscheidungen[1] des BGH findet man eine überzeugende und ausführliche Auseinandersetzung mit anderen Meinungen. Die Entscheidungen sind sprachlich klar formuliert, sodass man jedes Argument verstehen kann.

Euer Habip