Examen – und was jetzt?

Im März habe ich meine erste staatliche Pflichtfachprüfung bestanden und stand plötzlich vor der Frage: Was jetzt? Natürlich macht man sich bereits während des Studiums einige Gedanken, aber bei mir waren diese eher abstrakt. Als ich dann tatsächlich mein Zeugnis in den Händen hielt und die Wahl hatte, ob ich direkt mit dem Referendariat weitermache oder eine Promotion schreibe, war ich kurzfristig überfordert.

I. Referendariat

Viele sagen, dass man so schnell wie möglich mit dem Referendariat beginnen sollte, wenn der Kopf noch voll mit Wissen vom ersten Examen ist. Ein „schneller“ Beginn bedeutet aber meist, dass zumindest 4 Monate freie Zeit zwischen Abschluss des ersten Examens und dem Beginn des Referendariats liegen. Es können natürlich auch mehr als 4 Monate sein, dies hängt zum einen von der Punktzahl im ersten Examen (hiervon hängt ab, ob man auf der „normalen“ Warteliste oder der Leistungsliste steht) als auch von der Anzahl anderer wartender Bewerber ab.

II. Promotion

Die Promotion ist ein weiterer möglicher Weg, der nach dem ersten Examen beschritten werden kann. Die Promotion hat jedoch insofern den Vorteil, dass sie theoretisch auch nach dem zweiten Examen oder zu einem frei danach gewählten Zeitpunkt geschrieben werden kann. Eine Promotion zu schreiben, bedeutet natürlich die Entscheidung für wissenschaftliches Arbeiten. Dies schreckt – so zumindest mein Eindruck – viele Personen ab, denn sie möchten nach dem theoretischen Studium etwas Praktisches machen und dies ist eher im Referendariat möglich.

III. Meine Entscheidung

Die für mich in Frage kommenden Möglichkeiten begrenzten sich von Anfang an auf das Referendariat und die Promotion. Die Möglichkeit einer Promotion schwebte schon seit einiger Zeit in meinem Kopf. Ich machte mir jedoch Sorgen, dass ich nach der Promotion alles außer meinem Promotionsthema vergessen haben würde und außerdem steinalt wäre, wenn ich endlich ins Referendariat käme. Dass ich eine Promotion nach dem zweiten Staatsexamen schreiben wollen würde, schloss ich aus. Danach – so dachte ich – würde ich endlich arbeiten und Geld verdienen wollen. Die Sorgen, dass ich alles vergessen würde, wurden aber etwas abgemildert, als man mir nach der Frage nach den Wartezeiten für das Referendariat sagte, dass die Wartelisten – unabhängig ob nun Leistungsliste oder auch nicht – sehr voll seien. Daher dachte ich, dass ich genauso gut jetzt den Stoff aus dem ersten Examen während einer Promotion vergessen kann wie während der Wartezeit auf das Examen. Ich habe mich daher für eine Promotion entschieden und werde nach deren Fertigstellung berichten können, ob dies aus der rückblickenden Perspektive eine kluge Entscheidung gewesen ist.